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Das Quartier kennt eigentlich nur Gewinner

In Frankfurt-Niederrad zeigt die Nassauische Heimstätte, wie energetische und soziale Quartiersentwicklung funktioniert. Oberbürgermeister Peter Feldmann zeigt sich bei einem Stadtteilbesuch beeindruckt von dem preiswerten Wohnungsbau. Mitten im Quartier der Nassauischen Heimstätte an der Adolf-Miersch-Straße / Melibocusstraße in Frankfurt-Niederrad geht der Neubau von zwei Gebäuden mit 25 Wohnungen bereits der Fertigstellung entgegen. Die Mietwohnungen sind alle öffentlich gefördert und entstehen im besonders Energie sparenden Passivhausstandard. Die Nassauische Heimstätte investiert rund 7,9 Millionen Euro in den Neubau. Diese neuen günstigen Wohnungen, die am West-Giebel der Wohnhäuser Melibocusstraße 62 und 70 wachsen, fügen sich ein in ein umfangreiches Entwicklungskonzept für das Quartier in Niederrad. Hier wird nicht nur energieeffizient neu gebaut, sondern auch der Bestand nach und nach energetisch modernisiert. Hier werden die Freiflächen – gemeinsam mit den Mietern – mit essbaren Früchten und Kräutern bepflanzt. Gemeinsame Aktivitäten und haushaltsnahe Dienstleistungen stärken die Nachbarschaft einer zunehmend älter werdenden Mieterschaft.

Oberbürgermeister Peter Feldmann zeigte sich bei seinem jüngsten Stadtteilbesuch in Niederrad sichtlich beeindruckt von der Fülle an Aktivitäten im Quartier. „Die Nassauische Heimstätte leistet nicht nur einen wichtigen Beitrag für die Versorgung der Menschen mit günstigem Wohnraum. Sie trägt in besonderem Maße durch ihre energetische und soziale Quartiersentwicklung zur sozialen Stabilität der Stadtgesellschaft und zur Erreichung unserer ambitionierten Klimaschutzziele bei. Das Quartier kennt eigentlich nur Gewinner. Unsere Stadt braucht solche engagierten Partner in der Wohnungswirtschaft, um „gutes“ und bezahlbares Wohnen auch in Zukunft in Frankfurt zu ermöglichen.

Ganzheitliche Betrachtung eines „sensiblen Gefüges“

„Die energetische und soziale Quartiersentwicklung ist das Herzstück unserer Nachhaltigkeitsstrategie“, betont Dr. Constantin Westphal, Geschäftsführer der Nassauischen Heimstätte. Ein Wohnquartier sei immer ein sensibles Gefüge aus Menschen und bebauter Umgebung, man müsse daher auch beides berücksichtigen. „Wir möchten für das Gesamtquartier eine gute Energiebilanz statt technischer Höchstleistungen bei Einzelgebäuden. Wir wollen unsere Mieter auf den Weg mitnehmen und dafür sorgen, dass sie möglichst lange in ihren Wohnungen wohnen bleiben, weil wir die Mieten bezahlbar halten und ihnen das Leben leichter machen“, beschreibt Westphal den Ansatz. Um das leisten zu können, suche man die Kooperation mit anderen Wohnungsunternehmen und der Stadt.

Das Quartier der Nassauischen Heimstätte an der Adolf-Miersch-Straße / Melibocusstraße umfasst 486 Wohnungen aus den 1950er Jahren. Insgesamt 11,3 Millionen Euro hat die Nassauische Heimstätte in den letzten drei Jahren dort in die Modernisierung der Gebäude und Freiflächen investiert. Wärmedämmung für die Fassaden, neue Balkone und Leitungssysteme sind zentrale Elemente der umfassenden Sanierung für mehr Wohnkomfort und weniger Energieverbrauch. Bis Ende 2026 sind Gesamtinvestitionen von rund 30 Millionen Euro in das Quartier geplant. Unterstützt wird das Wohnungsunternehmen aus Fördermitteln der Energetischen Stadtsanierung. Fördermittelakquise, Beratung und Begleitung des Prozesses leistet die eigene Stadtentwicklungssparte NH ProjektStadt.

Eine Pause bei Kaffee und Kuchen

Solche baulichen Eingriffe verlangen den Menschen einiges ab. Um die Mieter mit ins Boot zu holen, hat das Servicecenter unter der Leitung von Sandra Gesper einen Mietertreff in einem Container eingerichtet. Bei Kaffee und Kuchen treffen sich die Mieter gemütlich mit Ihren Nachbarn. Außerdem ist regelmäßig ein Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin zur Stelle, die Fragen rund um das Bauvorhaben aufnehmen. Während der Bauphase hat das Café jeden Montag von 14 bis 16.30 Uhr geöffnet. „Wir möchten uns bei unseren Mietern für ihre Geduld bedanken und hoffen, dass wir die Zeit der Bauarbeiten mit diesem Angebot ein klein wenig angenehmer gestalten können“, sagt Sandra Gesper.

Essbare Siedlung: gemeinsam pflegen und ernten

Die Einbindung der Mieter in die Erneuerung ihres Quartiers geht aber noch deutlich weiter. Verknüpft mit Modernisierung und Neubau ist auch die Umgestaltung der Außenanlagen. Statt nur Rasenflächen herzurichten und Ziersträucher zu pflanzen, hatte Michael Mayer-Marczona, Leiter des Freiflächenmanagements im Unternehmen, die Idee der „Essbare Siedlung“. Das in den Stadtzentren beliebte „urban gardening“ wird damit in neuer Form in die Wohnviertel hineingetragen. Gemeinsam mit den Mietern sind in der Melibocusstraße Obst- und Nussbäume, Beerensträucher und Kräuter gepflanzt worden. Nach und nach sollen dort Brombeere, Himbeere, Johannisbeere, Holunder und Heidelbeere Früchte tragen. Schnittlauch, Thymian, Borretsch, Lavendel, Melisse, Pfefferminze, Majoran und Rosmarin, geerntet vor der eigenen Haustüre, sollen die Speisen der Mieter in Zukunft verfeinern. 

Gemeinsam das Obst ernten, selbst gezüchtete Kräuter oder den frischen Apfelkuchen mit den Nachbarn genießen – das soll das Gemeinschaftsgefühl stärken sowie schlicht und einfach Freude bereiten. Die Nassauische Heimstätte leistet mit ihrem Freiflächenmanagement darüber hinaus einen wichtigen Beitrag zum Erhalt der Artenvielfalt. Blühpflanzen bieten Bienen eine wichtige Nahrungsquelle, Insektenhotels und Nisthilfen für Mauersegler und Singvögel bieten bedrohten Arten Lebensraum.

Günstiges Car-Sharing

Einen ökologischen Aspekt hat auch eine weitere Neuerung in der Siedlung. Die Nassauische Heimstätte stellt dem Car-Sharing-Anbieter stadtmobil.de zwei Parkplätze an der Melibocusstraße zur Verfügung. Im Gegenzug genießen die Mieter der Nassauischen Heimstätte Sonderkonditionen beim Car-Sharing. Dazu zählt unter anderem der Verzicht auf die übliche Aktivierungsgebühr von 30 Euro. Gezahlt wird nur für die Nutzungszeit und die gefahrenen Kilometer, Benzin und Vollkaskoversicherung sind inklusive. Die Mieter können ein Fahrzeug stunden-, tage-, oder wochenweise mieten. Bei Bedarf sind auch Kleinbusse für den Gruppenausflug oder Transporter für den Umzug zu haben. Und die Mieter der Nassauischen Heimstätte können nicht nur den stadtmobil-Service in Frankfurt nutzen, sondern auch in allen weiteren 100 Städten in Deutschland.

Eine Car-Sharing-Kooperation hat die Nassauische Heimstätte bereits an einer Reihe von Standorten, unter anderem im Preungesheimer Apfelcarré sowie im EnergieHaus PLUS auf dem Riedberg. „Gerade angesichts der angespannten Verkehrs- und Parkplatzsituation in Frankfurt wollen wir unseren Mietern eine Alternative bieten. Wer wenig fährt, für den ist Car-Sharing beeindruckend günstig. Damit tragen wir zur Verkehrsentlastung der Stadt und zum Klimaschutz bei und erhöhen gleichzeitig den Mobilitäts-Komfort für unsere Mieter.“

Alltagshilfen für die Älteren

Die besonderen Wünsche und Bedürfnisse der Mieter hat das Unternehmen auch mit dem Angebot „WIN3“  im Blick. Der gemeinsam von den Wohnungsunternehmen Nassauischer Heimstätte und ABG Frankfurt Holding ins Leben gerufene Mieter-Service „Wir in Niederrad WiN3“ bietet haushaltsnahe Dienstleistungen für ein kleines Entgelt; für ältere und kranke Mieter sind sie sogar teilweise kostenfrei. Einkaufen, Hausputz, Gardinen aufhängen, Botengänge, kleinere Reparaturen – ältere Menschen sind bei vielen Dingen des Alltags bisweilen auf Hilfe angewiesen. Im Frankfurter Stadtteil Niederrad, in dem beide Wohnungsunternehmen insgesamt etwa 3.000 Wohnungen bewirtschaften, sind immerhin rund 50 Prozent der Bewohner über 65 Jahre alt. Angeregt hatte die Kooperation der Oberbürgermeister selbst. Er ist sowohl Mitglied im Aufsichtsrat der Nassauischen Heimstätte als auch Aufsichtsratsvorsitzender bei der ABG Frankfurt Holding: „Mit diesen beiden Wohnungsunternehmen konnten wir zwei starke Partner für die Bereitstellung bezahlbaren Wohnraums gewinnen. Beide verstehen sich aber auch ausdrücklich als soziale Akteure in unserer Stadt und unterstreichen dies mit dem gemeinsamen Mieterservice. Das freut mich ganz besonders“, erklärte Feldmann während des Stadtteilrundgangs.

Dritte im Bunde ist die Beschäftigungsgesellschaft BIWAG, die den Service im Auftrag der Wohnungsunternehmen betreibt. Die Einsatzzentrale des Mieter-Services ist in einem Bürocontainer auf dem Grundstück der Nassauischen Heimstätte in der Melibocusstraße/Ecke Adolf-Miersch-Straße untergebracht. Das Projekt bietet vor allem Bewohnern aus dem Quartier auch beruflich eine neue Perspektive und hilft, längerfristig auf dem ersten Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen. Sie sind bei BIWAG angestellt und werden für ihre neue Tätigkeit umfassend geschult. Bei der Personalbeschaffung kooperiert BIWAG mit dem Jugend- und Sozialamt der Stadt Frankfurt sowie mit dem Jobcenter Frankfurt am Main, die beide die Beschäftigung fördern. Die Wohnungsunternehmen investieren insgesamt rund 50.000 Euro im Jahr in den Service.

Engagiert, kreativ, innovativ

Oberbürgermeister Feldmann lobte, mit welchem Engagement die Nassauischen Heimstätte Zukunftsthemen für die Mieter und den Stadtteil angehe. Dazu gehöre auch das Schaffen einer Willkommenskultur. Ein weithin sichtbares Zeichen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit setzt im Quartier ein überlebensgroßes Wandbild am Haus Melibocusstraße 86, das den ehemaligen Eintracht Frankfurt-Spieler Anthony Yeboah zeigt: „Wir schämen uns für alle, die gegen uns schreien“, ist darauf zu lesen. In unmittelbarer Nähe entsteht zurzeit mit dem Cubity ein innovatives Wohnkonzept, dass Studenten der TU Darmstadt mit Prof. Annett Maud-Joppien entwickelt haben und das die Deutsche Fertighaus Holding auf dem Grundstück der Nassauischen Heimstätte realisiert. Sie übernimmt auch die Bewirtschaftung des Gebäudes. Herzstück sind 12 Wohnwürfel, die sogenannten Cubes, die sich um einen großen Gemeinschaftsbereich gruppieren. Die zukünftigen Bewohner werden Studenten sein, einige davon mit Migrationshintergrund und Fluchterfahrung.