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Bürgerhilfe ist wichtige Stütze im Quartier

Menschliche Not im unmittelbaren Umfeld erkennen und schnell, unbürokratisch und ohne große Worte helfen – so lässt sich das Engagement der Bürgerhilfe Sontraer Land am besten beschreiben. Für die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt ist der 2008 gegründete, 75 Mitglieder zählende gemeinnützige Verein daher der ideale Kooperationspartner. Die Partner haben es sich zum Ziel gesetzt, die Mieterzufriedenheit am Standort Sontra, wo die Wohnstadt mehr als 300 Wohnungen besitzt, zu erhöhen und die Nachbarschaftsbeziehungen unter den Bewohnern zu verbessern.

Über 30 begeisterte Zuhörer

Zum Auftakt der Kooperation am 11. November boten Bürgerhilfe und Wohnstadt ein kulturelles Kleinod in den Vereinsräumen am Niedertor: „Stopover. Literarische Stationen bei Lenz & Co“, so das aktuelle Programm von Marcus Angebauer und Heiko Schimmelpfeng, ein in der Region bekanntes Vorleser-Duo. Beide sind ausgebildete Journalisten, brechen jedoch bereits seit zehn Jahren immer wieder gemeinsam von Kassel aus zu Lesetouren auf und unterhalten ihr Publikum mit kuriosen Geschichten, feinsinnigen Betrachtungen und interessanten Ausflügen in ganz unterschiedliche Regionen der Weltliteratur. Denn der Zauber des Zuhörens wirkt überall: in St. Louis, Salzburg, Sontra oder sonst wo. Zumindest die über 30 anwesenden Gäste konnten das an diesem Abend vollauf bestätigen und bedachten die beiden Akteure mit großem Applaus. Nach dem Erfolg der ersten Veranstaltung werden sicherlich weitere kulturelle Leckerbissen folgen, sind sich die Veranstalter sicher.   

Die Quartiere wandeln sich

Was bewegt ein Wohnungsunternehmen zu solch einer Kooperation? Romy Rath, zuständige Servicecenterleiterin der Unternehmensgruppe in Fulda, kennt die Faktoren, durch die das soziale Gefüge in den Wohnquartieren geprägt wird. Es ist auf der einen Seite die durch den demografischen und strukturellen Wandel begründete Fluktuation und auf der anderen Seite die Überalterung unter der konstanten, langfristigen Mieterschaft auf der anderen Seite. Und beides passt nur schlecht zusammen. Denn während die älteren Bewohner zunehmend vereinsamen und immer mehr auf die Hilfe anderer bei der Bewältigung ihres Alltags angewiesen sind, können aufgrund des Wechsels unter den jüngeren Mietern und Familien kaum stabile nachbarschaftliche Beziehungen entstehen. Vor allem kann sich kein Netzwerk herausbilden, in dem es selbstverständlich ist, dass man sich umeinander kümmert und sich gegenseitig zur Seite steht.

So vielfältig wie die Probleme des Alltags sind die Angebote der Bürgerhilfe

„Der Workshop, den wir im vergangenen Jahr für unsere Mieter veranstaltet haben, hat das ganz deutlich gezeigt“, berichtet Jennifer Linke vom Sozialmanagement der Wohnstadt: „Viele wünschen sich mehr Unterstützung im Alltag und mehr Freizeitangebote.“ Es lag daher nahe, die Bürgerhilfe Sontraer Land e.V. mit ins Boot zu nehmen. Das Angebot des Vereins ist vielfältig und leistet auf ganz unterschiedlichen Wegen Hilfestellung. So kann jeder Bürger bei Problemen in der Alltagsbewältigung eine Beratung durch die ehrenamtlichen Mitglieder in Anspruch nehmen, als Hilfe zur Selbsthilfe, um aus eigener Kraft eine Stabilisierung der Lebenssituation zu erreichen. Auch gibt es die Möglichkeit, bei Bedarf und nach Klärung der finanziellen Situation gegen einen kleinen Obolus Lebensmittel aus dem Warenkorb des Vereins zu erhalten. Eine Kleiderstube mit Second-Hand-Mode für Bedürftige sowie das Angebot von sehr günstigem Hausrat und Mobiliar gehören ebenso zu den Aktivitäten der Bürgerhilfe. Auch dem Wunsch vieler Mieter nach mehr Freizeitangeboten kommt die gemeinnützige Organisation nach, mit einem wöchentlich tagenden Mittagstisch, dem Café „Freiraum“, Spielkreisen und seit neuestem auch mit einem eigenen Kulturprogramm. „Die Bürgerhilfe Sontraer Land soll eine zentrale und feste Anlaufstelle für alle Wohnstadtmieter in Sontra sein“, wünscht sich Jennifer Linke.

Soziale Kontakte sind wichtig

Vor allem bekommen langjährige und neue Mieter durch die Angebote der Bürgerhilfe die Chance, sich auch außerhalb von Treppenhaus und Etagenflur zu begegnen und einander vielleicht auch besser kennenzulernen. Über das gemeinsam Erlebte und den Austausch darüber, so der Wunsch des Servicecenters, soll sich dann allmählich das Gemeinschaftsgefühl unter den Bewohnern verfestigen: „Das hilft, soziale Konflikte zu verringern und auch der wachsenden Vereinsamung gerade der alleinlebenden und älteren Menschen in unserem Quartier entgegenzuwirken“, ist Romy Rath überzeugt. Und vielleicht färbt das uneigennützige Engagement der Vereinsmitglieder auch auf einige Mieter ab, so dass sie sich selbst ehrenamtlich für Andere einzusetzen beginnen. Immerhin hatten etliche von ihnen im Workshop auch angegeben, dass ihnen eine funktionierende Nachbarschaft enorm wichtig sei und dass sie gerne ihren Beitrag dazu leisten würden.