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Ein Graffiti für die Hasenhecke

Kreatives aus der Spraydose: Kinder und Jugendliche haben Willkommens-Schild für ihr Quartier gestaltet. Kassels Nachwuchskünstler haben wieder zur Spraydose gegriffen. In den vergangenen Wochen hatten bereits rund 30 Kinder ihr Wohnumfeld verschönert und mehrere Garagen im Innenhof des Quartiers am Pferdemarkt mit Graffitis bemalt. Vor wenigen Tagen bot die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte/Wohnstadt ein weiteres Graffitiprojekt an, diesmal im Quartier auf der Hasenhecke und in Kooperation mit dem dortigen Jugendzentrum, einer Einrichtung der Kinder- und Jugendförderung im Jugendamt der Stadt Kassel. Im Rahmen des Herbstferienprogramms haben rund 15 Kinder und Jugendliche zwischen acht und zwölf Jahren ein Willkommensschild für ihr Quartier gestaltet. Angeleitet wurden sie von Gerrit Retterath von der Initiative KolorCubes, Janina Mader vom Sozialmanagement der Wohnstadt in Kassel sowie zwei Sozialarbeitern vom Jugendzentrum.

Identifikation mit dem Stadtteil erhöhen

Bei traumhaftem Herbstwetter setzten sich die Nachwuchs-Künstler und der Profi von KolorCubes zunächst zusammen und beratschlagten, welches Motiv zu dem Schild passen könnte. Die Wahl fiel auf den riesigen, knallbunten Schriftzug „Hasenhecke“ sowie einen Pfeil, der in Verbindung mit dem deutlich kleineren Schriftzug „JUZ“ den Weg ins nahe Jugendzentrum weist. Auf einem riesigen Cellophan, das zwischen Bäumen gespannt wurde, probierten sich die Kinder als Graffiti-Sprayer aus und übten für die finale Version. „Solche temporären Wände sind immer eine gute Möglichkeit, ohne viel Theorie und Rücksicht auf Verluste gleich mit dem Malen zu starten, wobei sich dann auch die Grundtechniken von Graffiti direkt während der Bemalung vermitteln lassen“, erläutert Graffiti-Profi Retterath. Das fertige Schild wird am Eingang zum Quartier aufgehängt. „Es soll dazu beitragen, die Identifikation mit dem Stadtteil zu erhöhen“, sagt Matthias Umbach, Leiter des zuständigen Servicecenters. „Für die Kinder bot der Workshop zudem die Möglichkeit, sich kreativ auszuprobieren und auszuleben.“

Straßenkunst als Galerie im öffentlichen Raum

Gerrit Retterath ist zweiter Vorsitzender des Vereins KolorCubes, einer Initiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, „Kassels Wände bunter zu machen“. Bereits seit 15 Jahren beschäftigt sich der Sozialwissenschaftler mit Graffitis, und das nicht nur in der Praxis, sondern auch in der Theorie. Ihm gefällt daran, dass die Straßenkunst wie eine Galerie im öffentlichen Raum funktioniert, zu der jeder Zugang hat und in der jeder seine Botschaft und seine Form des Ausdrucks für alle sichtbar präsentieren kann. Der Kontakt zu Kolorcubes wurde durch den Verein „Rote Rübe“ vermittelt, einer Organisation, die sich in der mobilen Kinder- und Jugendsozialarbeit engagiert und das Graffiti-Projekt als Angebot in das diesjährige Programm für die Ferienspiele in Kassel mit aufgenommen hat.

Ein Quartier für Familien

Das Quartier Hasenhecke ist das Ergebnis einer gelungenen Umnutzung einer Kaserne. Die Wohnstadt hat hier einen Bestand von über 450 Wohnungen. Durch seine beinah dörfliche Struktur ist der Stadtteil vor allem für Familien attraktiv. Die Kindertagesstätte vor Ort hält ein Ganztagesangebot bereit, für die Großen gibt es das Jugendzentrum. Einkaufsmöglichkeiten, der Anschluss an den Öffentlichen Personennahverkehr und viel Grün ziehen die Menschen an. Für eine funktionierende Nachbarschaft tut auch die Wohnstadt eine Menge. Seit etwa zwei Jahren beispielsweise gibt es ein regelmäßiges Familienangebot. Hier wird gemeinsam gebastelt, gespielt oder auf Schnitzeljagd gegangen. Auch regelmäßige Seniorenveranstaltungen finden statt.