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Netzwerk für Nachbarn

Tür auf, Tür zu, möglichst niemandem begegnen. Das gibt es in vielen Häusern. Schade eigentlich, dachte Christine M. und fand ein geniales Mittel gegen die Anonymität in der Nachbarschaft: „Ich kannte nur die Leute von gegenüber. Aber schon die Nachbarn aus den Stockwerken drüber und drunter oder auch aus den Nachbarhäusern waren Fremde für mich.“ Über die Internetseite www.nebenan.de fand die 45-Jährige Gleichgesinnte und ist seitdem Mitglied einer Nordic-Walking-Gruppe von Frauen aus ihrer Nachbarschaft. „Alleine würde ich kaum loslaufen“, bekennt Christine M., „aber zusammen mit anderen überwinde ich mich. Es tut mir gut und es macht echt Laune, auf diese Weise die Nachbarinnen
kennenzulernen.“

ALS „ORT FÜR MEHR NACHBARSCHAFT“ bezeichnet sich das private Netzwerk „nebenan.de“, das man am Computer oder auf dem Smartphone laden kann. TÜV-geprüft und geschützt ist es kinderleicht zu bedienen und eine wahre Fundgrube für gelebte Nachbarschaft. Nachbarn vernetzen sich online, um sich offline besser kennenzulernen, Ärzte zu empfehlen, nach Bohrmaschinen zu fragen oder Babysitter zu suchen. Es gibt öffentliche und private Veranstaltungshinweise und man bekommt mit, was im eigenen Viertel los ist – etwa wann eine Straße gesperrt wird, warum der Polizeihubschrauber über die Dächer flog oder welches Geschäft in den leerstehenden Laden an der Ecke einzieht.

SKEPTISCHER SELBSTVERSUCH: Ich bin kein Fan der sogenannten Sozialen Medien, aber ich teste das jetzt – zumal Sicherheit großgeschrieben wird und man sich nur mit der abfotografierten Rückseite des Personalausweises anmelden kann. So wird sichergestellt, dass nur echte Nachbarn mit echter Adresse aus dem echten Leben zusammentreffen. Bingo, ich bin drin. „Das ging eigentlich ganz leicht“, denke ich. Die Optik aus sanftem Lindgrün ist eine vertraute Mischung aus eBay und Facebook, die Bedienung sehr leicht. Mein erster Eindruck: Da verschenkt jemand eine LED-Taschenlampe und jemand anders sucht einen Schokobrunnen für den Geburtstag der Tochter. Man verschenkt, verleiht und hilft sich. Ich weiß jetzt, dass in meiner Nähe viele hilfsbereite Nachbarn wohnen: 59 sind bereit, meinen Hund auszuführen, 102 würden meine Blumen gießen und 109 Nachbarn Pakete annehmen, wenn ich es brauche. Einfach anklicken und anfragen. Nachbarn kennenlernen und sich da, wo man lebt, zu Hause fühlen. Eine gute Sache.