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Lässt sich durch Energieeinsparung der Klimawandel noch aufhalten?

Energie sparen ist zweifellos eine gute Sache. Das führt mitunter zu einem merkwürdigen Phänomen: Von sparsamen Dingen kaufen wir uns mehr. Und schon ist die schöne Einsparung futsch.

Energiesparende Technik beruhigt unser Gewissen. Die Lampe länger anlassen? Kein Problem, ist ja eine Energiesparlampe, denkt man. Doch wenn man die Energiesparlampen länger leuchten lässt als früher die Glühbirne, haben wir am Ende gar nicht so viel Strom gespart. Sind Geräte effizienter, neigen wir dazu, sie häufiger oder länger zu benutzen. Oder: Weil’s so billig ist, kaufe ich davon mehr. Etwa mehr Fernseher, mehr Tablets, mehr Bildschirme. So kommt es trotz effizienterer Technik zu einem Mehrverbrauch an Strom und Ressourcen. Dieses Phänomen ist der Rebound-Effekt, den manche Fachleute auch Bumerang-Effekt nennen, weil er Effizienzfortschritte zunichte macht und am Ende der Ressourcenbedarf höher als vorher ist.

Der Rebound-Effekt ist noch wenig erforscht und er stellt eine der größten Gefahren für die Energiewende dar. Wir Konsumenten verhalten uns nun mal nicht nur rational. Deswegen ist der Rebound-Effekt auch von Haushalt zu Haushalt sehr unterschiedlich. Da gibt es den genügsamen Schnäppchenjäger, den statusorientierten Autofreak, den gepflegten Konservativen oder den pragmatischen Durchschnittsnutzer genauso wie den Konsummuffel – jeder gibt sein Geld auf verschiedene Weise aus. Was durch Einsparungen erzielt wird, hat Rückwirkungen (Rebound) auf das Kaufverhalten und den Gebrauch der Produkte. So haben etwa effizientere Heizungen über die Jahre betrachtet insgesamt zu einer Erhöhung der Heiztemperatur geführt. Gleichzeitig ist die durchschnittliche Wohnfläche von 20 auf 40 Quadratmeter pro Person gestiegen, was genauso mit dem sozialen Wandel wie dem demografischen Wandel und dem steten Wirtschaftswachstum zusammenhängt.