Sicher durch den Straßenverkehr

Jeder ist im Straßenverkehr unterwegs, viele sogar jeden Tag. Auch die Power Bande. Sie fahren mit dem Fahrrad zur Schule, oder gehen zu Fuß zum Spielplatz auf der anderen Straßenseite. Deswegen wissen sie, worauf sie achten müssen und wie sie Gefahren vermeiden. Damit du dich auch sicher fühlst im Straßenverkehr, erklärt dir die Power Bande die wichtigsten Regeln:

Die Straße überqueren

Wahrscheinlich musst du oft eine Straße überqueren. Zum Beispiel, wenn du auf der falschen Straßenseite bist. Als Fahrradfahrer oder Fahrradfahrerin darfst du nämlich nur auf der rechten Seite fahren. Dein rechter Arm sollte beim Fahren also immer Richtung Bürgersteig zeigen, dein linker Arm ist auf der gleichen Seite wie die Straße. Wenn möglich benutzt du immer eine Ampel oder einen Zebrastreifen, wenn du über eine Straße gehen möchtest.

An einer Fußgängerampel gilt: „Grün heißt gehen und rot heißt stehen“. An einem Zebrastreifen darfst du immer gehen. Man nennt ihn auch Fußgängerüberweg, weil nur Fußgänger ihn benutzen dürfen. Personen, die mit einem Fahrrad fahren, müssen ihr Fahrrad schieben, wenn sie ihn benutzen. Obwohl die Autos hier anhalten müssen, ist es wichtig, dass du zuerst aufmerksam guckst, bevor du gehst. Versuche Blickkontakt mit den Fahrenden aufzunehmen. So weißt du, dass sie dich gesehen haben. Gehe erst los, wenn die Autos stehen.

Wenn du eine Straße überqueren möchtest, gehst du natürlich immer zum nächsten Zebrastreifen oder zur nächsten Ampel. Leider gibt es nicht überall Zebrastreifen und Ampeln. An solchen Stellen musst du aufmerksam beobachten, ob sich ein Fahrrad, Motorrad oder Auto nähert. Dafür guckst du erst nach links, dann nach rechts und dann wieder nach links. Wenn alles frei ist, kannst du auf die andere Straßenseite gehen.

Besonders vorsichtig musst du sein, wenn am Straßenrand viele Autos parken oder es viele Büsche und Bäume gibt. Wenn du zwischen ihnen stehst, kann es sein, dass andere dich nicht sehen. Gehe erst los, wenn Autos stehen oder keine da sind.

Das gleiche gilt übrigens auch für Fahrradwege, nicht nur für Straßen. Zu Fuß darfst du sie nicht benutzen. Wenn du einen Fahrradweg überquerst, achte darauf, dass kein Fahrrad näherkommt. Fahrradfahrer müssen dich nämlich nicht vorbeilassen, außer an Zebrastreifen und Ampeln.

In der Nähe von Straßen spielen

Spielst du gerne draußen? Dann spielst du bestimmt auch manchmal auf der Einfahrt vor dem Haus, auf dem Bürgersteig oder auf dem Weg. Dabei musst du einige Dinge beachten, denn auch in der Siedlung fahren Autos und Fahrräder.

Auf Straßen, Seitenstreifen und Fahrradwegen zu spielen, ist nicht erlaubt. Auf den Straßen dürfen sich nur Fahrzeuge befinden. Das dient der Sicherheit. Stattdessen kannst du zum Beispiel auf Spielplätzen so viel toben wie du willst.

Auch wenn dein Ball auf die Straße rollt oder du vor einem Fänger wegrennst: Erst gucken, dann über oder auf die Straße laufen!

Ausnahme sind Spielstraßen und verkehrsberuhigte Bereiche. Hier haben Fußgänger Vorrang. Deswegen darfst du dort auch auf der Straße spielen. In einer Spielstraße dürfen überhaupt keine Fahrzeuge fahren. Und in einem verkehrsberuhigten Bereich dürfen Autos und so weiter nur Schrittgeschwindigkeit fahren, das sind ungefähr 7 Kilometer pro Stunde. So hast du genug Zeit, zur Seite zu gehen, wenn ein Auto kommt und wenn du noch deine Spielsachen zusammenräumen musst, muss das Auto warten.

Straßenschilder regeln den Ablauf im Verkehr. Sie zeigen zum Beispiel an, wer an einer Kreuzung zuerst fahren darf, wer wo fahren darf und wann man stehen bleiben muss. Als Fahrradfahrer musst du dich übrigens auch an die Straßenschilder halten, wenn du auf der Straße fährst!
Wie gut kennst du dich schon aus?

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Der tote Winkel

Der tote Winkel ist der Bereich, den Autofahrende weder durch ihre Fenster noch durch die Seiten- und den Rückspiel einsehen können. Er befindet sich auf beiden Seiten des Fahrzeuges.

Je größer das Fahrzeug ist, desto größer wird der tote Winkel. Deswegen ist er besonders gefährlich bei LKWs. Bei LKWs ist auch der Bereich hinter und direkt vor dem Fahrzeug ein toter Winkel. Wer das Fahrzeug fährt, guckt über dich hinweg, weil er sehr weit oben sitzt.

Deswegen solltest du vermeiden, dich zum Beispiel an der Ampel neben LKWs zu stellen. Warte lieber, bis der LKW vorbeigefahren ist, bis du weiter gehst oder mit dem Fahrradfährst. Wenn du vor einem LKW stehst, versuche einige Meter Abstand einzuhalten und kontrolliere, ob der Fahrer hin und wieder auch nach unten schaut.

Du kannst dir das mit dem toten Winkel noch nicht so genau vorstellen? Hier wird genau gezeigt, in welchem Bereich du nicht gesehen wirst: https://www.wdrmaus.de/filme/sachgeschichten/verkehrsschule_toter_winkel.php5

Der Tretroller

Immer mehr Kinder benutzen Tretroller. Sie sind schnell und nehmen zu Hause nicht viel Platz weg. Womit fährst du lieber: Tretroller oder Fahrrad?

Wusstest du schon, dass der Tretroller nicht als Fahrzeug gilt? Das bedeutet, dass du mit ihm überall fahren kannst, wo du zu Fuß laufen darfst. Also: Gehwege und Fußgängerzonen sind erlaubt. Aber das heißt auch, dass du nicht auf Straßen und Fahrradwegen fahren darfst.

Wichtig ist, dass du die passende Schutzkleidung trägst, wie beim Fahrradfahren auch. Nicht nur ein Helm ist wichtig. Wenn du hinfällst, schützen Knie- und Ellenbogenschoner deine Gelenke. Auch reflektierende Kleidung ist wichtig, damit alle dich gut sehen können, wenn es dunkel ist. Weil Roller so klein sind, werden sie nämlich schnell übersehen.

Tipp

Es gibt Jacken, Schulranzen und Helme, die hinten und an den Seiten kleine reflektierende Streifen haben. Wenn das Scheinwerferlicht der Fahrzeuge auf diese Streifen fällt, leuchten sie, und du wirst besser gesehen. Reflektoren gibt es auch als Anhänger, Aufkleber und sogar zum Einhängen in die Speichen deines Fahrrads.

Achte darauf, dass der Lenker richtig eingestellt ist. Wenn der Lenker zu hoch oder zu niedrig ist, hast du weniger Kontrolle über den Roller. Der Lenker sollte so hoch sein, dass du ganz leicht gebückt stehst. In dieser Haltung hast du viel Kraft, um dich vom Boden abzustoßen. Du kannst schneller fahren, ohne schneller müde zu werden und dabei sicher lenken.

Der Fahrradpass

Wusstest du, dass Kinder einen Fahrradpass machen können? Vielleicht hast du in der Schule mit dem Üben angefangen oder du hast den Fahrradpass sogar schon.

Wer den Fahrradpass hat, kann selbstständig mit dem Fahrrad unterwegs sein. Er bescheinigt dir, dass du sicher im Straßenverkehr unterwegs bist. Vorher solltest du nur in Begleitung von Erwachsenen Fahrrad fahren.

Zuerst musst du Unterricht nehmen und eine Prüfung machen. Der Unterricht findet an deiner Grundschule statt. Erst müsst ihr einige Grundlagen lernen, aber dann geht es nach draußen. Zusammen mit euren Lehrerinnen und Lehrern kontrollieren alle Schüler ihre Fahrräder und Helme. Es ist ganz wichtig, dass zum Beispiel die Bremsen funktionieren und die Fahrradhelme gut passen. Wenn dein Fahrradhelm nämlich zu locker ist, kann er wegrutschen. Dann schützt er dich nicht, wenn du hinfällst.

Damit alle richtig gut vorbereitet sind, wird zuerst auf dem Schulhof geübt. Zum Beispiel übst du, wie du das Handzeichen gibst, wenn du abbiegen möchtest und wie du richtig aufsteigst.

Danach fahren alle zusammen im öffentlichen Verkehrsraum, also auf Fahrradwegen und auf Straßen. Dort findet auch die Prüfung statt. Dabei sind gut ausgebildete Verkehrserzieher und Verkehrserzieherinnen, die aufpassen, dass alle sicher sind.

Auf der Straße fahren darfst du nur dann, wenn es keinen Fahrradweg gibt und du mindestens 8 Jahre alt bist. Wenn du noch nicht 8 Jahre alt bist, musst du den Gehweg benutzen. Grundsätzlich darfst du auf dem Gehweg fahren, bis du 10 Jahre alt bist.

Am Ende bekommst du deinen Fahrradpass.

Keine Sorge: Wenn du noch unsicher warst, beraten sich die Erzieher und Erzieherinnen mit deinen Eltern, damit ihr zusammen üben könnt und du schnell sicher wirst.

Jetzt bist du gut vorbereitet für den Straßenverkehr. Fühlst du dich sicher genug, um zum Beispiel allein zum Spielplatz zu gehen oder zur Schule? Falls nicht, ist das gar nicht schlimm. Dann bitte deine Eltern noch ein wenig mit dir zu üben.

Das Wichtigste ist, dass du immer gut aufpasst was um dich herum passierst. Denn auch andere Menschen, die mit dem Auto oder dem Fahrrad unterwegs sind, können mal einen Fehler machen und dich übersehen. Auch wenn du in Eile bist, solltest du gut auf den Verkehr achten und immer lieber zur nächsten Ampel oder zum nächsten Zebrastreifen gehen und nach links, rechts und links gucken, bevor du die Straße überquerst.